Sunday, 3. april 2011 7 03 /04 /Apr. /2011 11:27


Autor: Patricia-Ann Lischka
(gefunden seinerzeit auf spirit-internet – diese Seite gibt es mittlerweile nicht mehr)

 

 

Der Anfang

 

Es war einmal…

 

ein großer, mächtiger, aber auch einsamer Gott, denn er war ganz allein in seinem großen Universum. Eines Tages beschloss dieser Gott, seiner Einsamkeit ein Ende zu bereiten, indem er sich in viele Teile teilte: In viele andere Götter. Diese lebten alle zufrieden und glücklich zusammen.

 

Eines Tages wurde es aber auch den vielen Göttern langweilig. Sie hatten schon alle Spiele gespielt, die sie sich ausdenken konnten und alle Dinge erschaffen, die sie sich vorstellen konnten. Darum überlegten sie sich gemeinsam, was sie denn jetzt tun könnten. Das war gar nicht so einfach, bis einer von ihnen auf eine grandiose Idee kam.

 

Er sagte: „Wir können nur das tun, was wir bisher getan haben, weil wir keine andere Perspektive kennen. Wir sehen und wissen nur alles aus unserer einen Perspektive. Wir müssten etwas tun, was unsere Perspektive verändert oder ergänzt.“
Die anderen staunten sehr über diese Aussage, aber nach einiger Zeit des Nachdenkens gaben sie ihm alle recht. Nun beratschlagten sie, wie sie das veranstalten könnten: Ihre Perspektive ändern. Und so kamen sie auf die Idee, eine Illusion zu erschaffen, in die sie sich selber begeben wollten, um in dieser Illusion neue Erfahrungen zu machen und neue Perspektiven kennenzulernen.
Sie beschlossen, die Illusion so perfekt zu machen, dass sie innerhalb dieser sogar vergessen würden, wer sie eigentlich sind. Sie planten, einen Schleier zu erschaffen, der ihr Bewusstsein zudecken sollte.

 

Gesagt, getan. Sie machten sich mit Begeisterung daran, sich eine Welt – die Erde – zu erschaffen, in der sie als „selbstvergessene“ Götter leben könnten. Da kamen aber einigen von ihnen Bedenken: „Was ist, wenn wir aus dieser Illusion nicht mehr herauskommen? Denn, wie sollen wir da wieder rauskommen, wenn wir nicht mehr wissen, wer wir sind?“ Betroffen schwiegen die anderen, daran hatten sie nicht gedacht.

 

Aber, es wären keine Götter gewesen, wenn ihnen da nicht auch eine Lösung eingefallen wäre. „Wir teilen uns einfach noch einmal. Ein Teil von uns bleibt jenseits des Schleiers, der andere Teil geht in die Illusion. Auf ganz verborgene Art und Weise bleiben wir in Kontakt mit unseren Teilen jenseits des Schleiers, damit wir sie zu gegebener Zeit da auch wieder rausholen können.“

 

Nun mussten sie noch das schwierige Problem lösen, in welcher Form sie in die Illusion gehen wollten. Nach vielem Hin und Her und noch mehr Entwürfen, beschlossen sie, sich feste Körper mit einem komplexen Nervensystem zu geben, in denen sie ihre Schöpfung fühlen könnten.
Und aus diesem Plan heraus entstanden die tausend kleinen Götter, die sich auf den Weg machten, um als Menschen verkleidet auf der Erde ein neues und grandioses Abenteuer zu erleben.

 

 

Die Erdenzeit

 

Oh je, da hatten sie sich aber etwas vorgenommen!!! So schwer hatten sie sich das nicht vorgestellt gehabt. So ganz weit von zu Hause, getrennt von all der Liebe und der Leichtigkeit, in der sie vorher gelebt hatten. Wie nur sollte das gut gehen?

 

Anfangs war es noch einfacher. Irgendwie war da immer noch die Erinnerung an zu Hause, der wie ein sanfter Traum sie stets begleitete. Anfangs war der Kontakt zu „ihren“ Göttern jenseits des Schleiers intensiver, und sie fühlten sich geführt von Gott.
Aber je mehr Zeit verging, je mehr die kleinen Götter den Kontakt zur Natur und damit ihre natürliche Verbindung zum Göttlichen verloren, desto mehr wurden sie von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen geplagt. Und umso mehr vergaßen sie ihre eigene Göttlichkeit. Und sie lernten etwas kennen, was sie nie zuvor gekannt hatten: Die Angst.

 

Sie fragten sich: „Was haben wir falsch gemacht, dass Gott uns nicht mehr liebt? Was können wir tun, um ihn zu besänftigen, um seine Liebe wieder zu bekommen?“ Und sie fingen an, Religionen zu gründen, die ihnen sagten, was sie tun mussten, um sich die Liebe Gottes zu verdienen. Manche fingen an, sich als Vermittler zu sehen zwischen den Menschen und Gott. Diese Vermittler begannen, Regeln aufzustellen, wie man sich Gott nähern müsste und wie man Gott nennen durfte und wie nicht. Sie begannen darüber zu bestimmen, wer vor Gottes Augen würdig war und wer nicht.

 

So kam es, dass die Erde immer mehr in die Trennung glitt. Es wurde immer mehr getrennt zwischen „Dein“ und „Mein“, zwischen „gut“ und „böse“, zwischen „würdig“ und „unwürdig“ und vielem mehr. War doch ihr Handeln immer göttlich (es konnte ja gar nichts anderes sein, weil sie kleine Götter waren), so be- und verurteilten sie es trotzdem – weil sie es nicht besser wussten – mit wachsender Intensität. Und je mehr sie sich gegenseitig be- und verurteilten, desto aggressiver wurden sie gegeneinander und sie bekämpften sich gegenseitig.

 

Sehr viele Erfahrungen machten damit die kleinen Götter, auch Erfahrungen, die sie als gar nicht so angenehm empfanden. Sie betrachteten sich inzwischen so sehr als Menschen, dass sie schlichtweg vergessen hatten (und das war ja von Anfang an ihr Plan gewesen), dass sie alle kleine Götter waren. Sie hatten vergessen, wie man die göttliche Schöpferkraft bewusst einsetzt, also setzten sie diese unbewusst ein, was zu manchen Verwirrungen und ihre ganze Illusion noch tiefer in die scheinbare Trennung führte.

 

 

Der Kontakt

 

Die Götter, die jenseits des Schleiers lebten, sahen mit Staunen, was alles auf der Erde vor sich ging. Sie sahen all das Leid, was durch die scheinbare Trennung von der Göttlichen Liebe entstand, aber sie sahen auch unglaubliche Entwicklungen von Qualitäten, von Energien, die sie nicht für möglich gehalten hätten. Sie sahen, wie die Energie von Freundschaften entstand, die Energie der Liebe von Menschen zueinander im Leid, und vor allen Dingen: die Energie des Mitgefühls. Ihr Spiel nahm eine grandiose Wendung, die sie nie für möglich gehalten hatten. Und wie sie so sahen, was für eine wundervolle Entwicklung ihre kleinen Götter auf der Erde nahmen, da bekamen sie die Sehnsucht, auch auf die Erde zu gehen, um dort selber – sozusagen am eigenen Leib – ihre Erfahrungen zu machen.

 

Doch zunächst war erst noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Sie mussten langsam dafür sorgen, dass die kleinen Götter wieder begannen, sich ihrer göttlichen Herkunft bewusst zu werden. Und das gestaltete sich bei weitem schwieriger, als sie sich das gedacht hatten.

 

Die kleinen Götter waren so gefangen in ihrem Netz aus Gedanken, Selbstzweifeln, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen und vor allen Dingen Angst, dass ihnen einfach nicht nahezubringen war, dass sie alle doch Götter waren, die hier nichts anderes taten, als ein göttliches Spiel zu spielen.

 

So mussten die Götter jenseits des Schleiers langsam und behutsam die Informationen in das Bewusstsein der als Menschen verkleideten Götter bringen, was eine sehr lange Zeit (aus der Sicht der kleinen Götter auf der Erde) in Anspruch nahm. Sie begannen damit, in dem sie Botschaften durchgaben, die von einigen der kleinen Götter auf der Erde empfangen und an die anderen weitergegeben werden konnten.
Sie veränderten die Energiestruktur der Erde, damit die Erde in eine Schwingung kam, die einen Kontakt von beiden Seiten leichter machte. Und sie ließen sich noch viele andere klugen Dinge einfallen.

 

Viele hundert Jahre lang war das ersehnte Ziel der kleinen Götter, nach Hause zurückzukehren und das Menschsein und diesen beschränkten Körper hinter sich zu lassen. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie eines Tages erfuhren, daß es nicht darum ging. Nein, vielmehr sollten ihre göttlichen Anteile, die jenseits des Schleiers geblieben waren, wieder mit den kleinen Göttern auf der Erde verschmelzen.

 

 

Die Verschmelzung oder der Aufstieg

 

Oh je, da war das Kuddelmuddel erst recht groß.

 

Das Verschmelzen der Anteile „von außen“ mit den kleinen Göttern veränderte diese natürlich mit der Zeit und brachte sie völlig durcheinander, weil sie einfach nicht mehr wussten, wer sie waren. Sehr viele spürten fremde Energien, hatten so fremde Gedanken im Kopf und waren auch sonst schrecklich unausgeglichen. Dabei wollten sie doch heilig sein und mit liebevoller Heiterkeit den Alltag meistern. Aber weit gefehlt! Alles wirkte so, als ob es eigentlich noch viel schlimmer war als zuvor. Die kleinen Götter diskutierten auf das heftigste miteinander und jeder hatte eine andere Sicht der Geschehnisse und natürlich hatte auch jeder eine andere Meinung.

 

Manche der kleinen Götter erhaschten einen Blick darauf, wer sie eigentlich sind und in ihrem Eifer, ihr Wissen auch gleich in die Tat umzusetzen und es allen anderen mitzuteilen, ermahnten sie die anderen: „Seid Gott! Lacht, singt und freut Euch. Das ganze Leben ist ein Tanz!“ Die anderen jedoch schauten voll Staunen auf den erhobenen Zeigefinger und fragten sich: „Wie soll das gehen? Ich bin krank, habe Kummer und Sorgen, und ich soll lachen, tanzen und singen? Bist Du noch zu retten?“
Wieder andere sagten: „Oh, das würden wir sehr gerne, aber wie kommen wir zu dem Gefühl, singen, tanzen und lachen zu wollen?“
Die nächsten wiederum dachten gründlich über diese Aussage nach und staunten: „Was soll diese Aufforderung, Gott zu sein? Entweder bin ich es oder ich bin es nicht! Wie soll ich das durchführen: Sei Gott!?“

 

Eine andere Gruppe der kleinen Götter fing voller Begeisterung an, schulmeisterlich wieder Regeln aufzustellen, wie man sich zu verhalten hätte, was man tun sollte, um sich seiner Göttlichkeit bewusst zu werden, um seine Göttlichkeit zu leben. Aber viele der anderen, die sich sehr für ihre Göttlichkeit interessierten, meinten nur: „Diese Regeln hatten wir doch alle schon! Das wollen wir nicht mehr!“

 

Ein anderer Teil der kleinen Götter arbeitete so still vor sich hin an der Verschmelzung und sah mit großen Augen, welche Diskussionen um ihn herum entbrannte und fragte sich: „Sind wir da alle wirklich auf dem gleichen Weg? Warum hauen die sich jetzt alle so, vor allem die, die doch alle das gleiche wollen?“ Sie waren so mit sich und ihrer Entwicklung beschäftigt, daß sie gar nicht die Energie aufbrachten, sich mit den anderen auseinanderzusetzen.

 

Ein Teil der kleinen Götter hatten sich so sehr an die Beschränkungen des menschlichen Lebens gewöhnt und fühlte sich dort zu Hause, daß er oft gar nicht bereit war, irgendetwas anderes in seinem Leben zu akzeptieren. Er wollte mit diesen Dingen einfach nichts zu tun haben. „Lasst uns doch mit diesem Blödsinn in Ruhe. Das ist doch alles Schwachsinn.“ (worüber sich die Götter auf der anderen Seite des Schleiers auch sehr freuten, denn so ging dieses wunderbare Spiel weiter)

 

Es gab kleine Götter, die anfingen Dinge von sich zu geben, die keiner der anderen kleinen Götter mehr verstand (was es allerdings vorher auch schon gegeben hatte), die anfingen, ihre ganze Umgebung durcheinanderzubringen, weil sie selber so durcheinander waren, die meinten, unbedingt den anderen bei der „Erleuchtung“ helfen zu müssen, die überzeugt waren, schon erleuchtet zu sein und anfingen, die anderen zu belehren zu wollen.

 

Aber egal, welche Gruppe: Alle hatten sie das eine, gleiche Problem: Diese Verschmelzung hatte es in sich und zu kämpfen hatten sie ganz schön damit, die kleinen Götter – jeder für sich allein –.

 

Wie es mit den tausend kleinen Göttern weiterging? Nun, das ist eine Geschichte, an der die tausend kleinen Götter gerade schreiben und soll ein andermal erzählt werden…

 

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